Schonungslos ehrlich, herrlich schräg und ohne Filter: In Wicked Words sprechen wir mit Autor:innen über Schreiben, Abgründe, Lieblingssünden und alles, was zwischen den Zeilen brennt. Dieses Mal: Annie Eisenhardt – laut, klug und absolut unzensiert.
Ich verprügele Menschen beim Unterwasserrugby.
Annie Eisenhardt
1. Stell dich doch mal vor – wer steckt hinter deinen Büchern?
Annie: Hi, ich bin Annie und … nach dem Alter fragt man nicht. Ich bin Autorin, Ärztin, Unterwasserrugbyspielerin und hasse Vorstellungsrunden. Aber ich freue mich, dass du dieses Interview liest, also am besten einmal weiterscrollen.
2. Kannst du uns etwas über deine Anfänge als Autor:in erzählen?
Annie: Auf einer Autofahrt mit meiner Rugbymannschaft haben wir einmal Auszüge aus meinen ersten Romanversuchen laut vorgelesen. Wir saßen zu dritt auf der Rückbank und ein Kumpel hat meine allererste Sexszene laut vorgelesen. Daraufhin hat der andere gesagt: „Ja .. ja. Da regt sich was.“ Es herrschten mindestens zehn Minuten betroffenes Schweigen, aber ich wusste: Ich muss weiterschreiben. Die Jungs sind heute meine größten Unterstützer geworden.
3. Wenn du nicht gerade schreibst – wie verbringst du am liebsten deine Zeit?
Annie: Ich verprügele Menschen beim Unterwasserrugby.
4. Was hat dich überhaupt zum Schreiben gebracht?
Annie: Ich wollte etwas nur für mich tun. Am Anfang war das Schreiben nicht mehr als meine Gedankengrütze in irgendwas Schlüssiges zu verwandeln. Ein paar spicy Szenen nur so zum Spaß. Dass da mal ein ganzes Buch und mittlerweile mehrere Bücher draus werden, war nicht ganz so geplant.
„Die Welt geht auch morgen noch unter und gestern sowieso.“
„Red Sails“
5. Warum hast du dich dafür entschieden, in deinem Genre zu schreiben?
Annie: Seit ich klein bin, habe ich Fantasy gelesen, und ich liebe Liebesgeschichten. Wieso also nicht beides verbinden? Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen Fantasy und noch mehr Romantasy-Romane unterschätzen. Sie denken, ein paar Zauberfeen haben nichts mit der Realität zu tun. Dabei tragen die Protagonisten meist schlimmere Konflikte aus, als wir selbst erleben. Krieg. Rassismus. Massenvernichtung von Orks. Zumindest in den Romanen gibt es ein Happyend, und deshalb liebe ich sie. Außerdem ist alles besser, wenn man Glitzer drüberstreut.
6. Wie hast du den Moment erlebt, als dein erstes Buch veröffentlicht wurde?
Annie: Ich war zu dem Zeitpunkt beim Backpacking in Indonesien. De Fakto habe ich nichts mitbekommen, kaum Internet oder sonst irgendwelche Reaktion. Selbst mein Buch habe ich erst Wochen später in den Händen halten können. Klingt ein bisschen traurig, aber irgendwie war es mitunter die beste Zeit meines Lebens.
7. Hast du ein Lieblingszitat aus deinem eigenen Buch?
Annie: „Die Welt geht auch morgen noch unter und gestern sowieso.“
Es ist mein Alltagsbegleiter geworden. Ein ständiges Memo nicht durchzudrehen.
8. Selfpublishing oder Verlag – wie stehst du dazu?
Annie: Absolut Team Verlag. Ich finde es großartig mit erfahrenen Menschen zusammenzuarbeiten. Es ist weniger einsam und man lernt wahnsinnig viel dabei.
9. Wie gehst du mit Kritik um – positiv wie negativ?
Annie: Ich denke, ganz gut. Beruflich bin ich harsche Kritik gewohnt, deswegen habe ich das Gefühl, dass die Leute zu zurückhaltend bei mir sind. Generell bin ich ein Fan von ehrlichen und direkten Worten.
10. Was denken Familie oder Freunde über deine Geschichten?
Annie: Anbei die Kritiken meiner Familie zu Red Sails:
Meine Mutter nachdem sie Teil I gelesen hat: „Hat mir gefallen, aber es war nicht komplex genug.“
Meine Mutter nachdem sie Teil II gelesen hat: „Also das ist mir zu komplex.„
Meine Oma: „Also das mit den Piraten, das war nix für mich. Schreib doch nochmal was mit Ärzten.„
Meine Schwiegeroma: „Haben mein Enkel und du auch so Sex?„
Vielen Dank für das Gespräch.
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